Warum komme ich so gerne zum Störrischen Esel? – ein Reisebericht

Marias Bild

Ich liebe das Meer, die Berge, das KREATIVE Gestalten! In meinem Koffer sind stets auch Keilrahmen, Acrylfarben und Pinsel zu finden. Der Duft der mediterranen Kräuter, vor allem die der Immortelle liegt in der Luft, wenn ich vor meinem Bungalow male. Ein kleines Atelier auf meiner Terrasse. Und wenn ich Hunger verspüre, stärke ich mich am überdurchschnittlich köstlichen Buffet im Restaurant. Ein ganz großes Lob an die Küche. Gewichtszunahme leicht möglich! Also Bewegung, hinauf auf den Berg!

Maria an der Paglia Orba03h00 morgens! Ich verspüre Vorfreude und Angst – begebe ich mich doch heute in ein für mich ganz neues, unbekanntes Terrain. Zum ersten Mal wird ein Gurt über meinen Hüften liegen, ein Hüftgurt also! Um 03h30 genießt die sechsköpfige Wandergruppe das liebevoll vorbereitete Frühstück, ein Angebot, das mir nicht selbstverständlich erscheint. Wer hat schon Lust, um 03h00 morgens Käse- und Wurstplatte, Müsli, Kaffee etc. zu richten. Die Mitarbeiter des „Esels“ machen es möglich. Und Edgar kocht den allerbesten Kaffee der Welt. Nach 2-stündiger Fahrt mit dem Mariani-Bus erreichen wir den Ausgangspunkt unserer Berg- und Klettertour, das höchstgelegene Bergdorf Calasima. Flotten Schrittes wandern wir von hier auf den GR20 zur Mori-Hütte. Die Entscheidung, gleich das korsische Matterhorn oder doch zuerst das „Loch des Teufels“ zu besteigen, wird mir in Sekundenschnelle abgenommen. Für den Rest der Gruppe ist es sonnenklar, sind doch alle bereits „Klettererfahren“. Nach nur wenigen Minuten im roten Steingeröll stehen wir vor einer steilen Wand. Zögerliche Gedanken haben keine Zeit sich breitzumachen. Edgar, unser Guide, klettert ganz rasch nach oben und ruft mir zu: „Rauf! Nicht rückwärts schauen! Du schaffst es!“ Auch von hinten höre ich motivierende Stimmen. Allen Mut nehme ich zusammen, das Seil am Hüftgurt gibt mir Sicherheit. Die erste Hürde ist geschafft. Edgar: „Eine 50 m lange Felsquerung liegt nun vor uns, stellenweise wird es sehr schmal, aber sie ist zu bewältigen! Es darf kein Fehler passieren!“ Eine Seilkette wird gespannt, somit sind wir alle gesichert. Ein Blick in die Tiefe lässt mich fast erstarren! Minuten später Gott sei Dank wieder fester Boden unter den Füssen! Mit Tränen in den Augen (vor Freude und zugegebenermaßen auch vor Erschöpfung) lasse ich mich auf einer Felsplatte unter dem „Loch des Teufels“ (Capu Tafunato) niederfallen. Und schon haben wir ein neues Ziel vor Augen, weitere Steinmännchen führen uns auf den nächsten Gipfel.

Stolz erfüllt sitze ich vor dem kleinen, weißen Kreuz! Abseilen! Noch nie gemacht. Befolge die klaren Anweisungen des Bergführers! Ein aufregendes, unwahrscheinlich schönes Gefühl, auf diesem neuen, luftigen Weg ebenes Gelände zu „betreten“. Fazit: Vertraue dich einem erfahrenen Bergführer an! Nach der gemütlichen Wanderung durchs Golotal lassen wir in der schönsten Badewanne des Col de Vergio unseren Schweiß und Dreck zurück. Unsere verspannten Muskeln aber müssen noch gelockert werden und das kann niemand besser als Nicole, also rauf zum Massagebungalow!

 

Maria Wallner, Gast